26.10.2009 Stabsrahmenübung in Ashausen
Trotz kleiner Tücken der Technik haben die gut 50 Beteiligten aus Fachzügen der Kreisfeuerwehr mit den drei Deichbereitschaften, den Fachzügen Technische Hilfeleistung 1, Wassertransport und Brandbekämpfung 3 der Feuerwehren des Landkreises Harburg sowie der Schnelleinsatzgruppen (SEG) vom Deutschen Roten Kreuz ( DRK ) und der Johanniter Unfall Hilfe ( JUH ) am Wochenende eine als so genannte Stabsrahmenübung groß angelegte Übung bravourös abgearbeitet. Als Lage war die Explosion mit anschließendem Großbrand und Schadstoffaustritt in einer chemischen Fabrik in Marschacht angedacht. Durch den Schadstoffaustritt war eine große Schadstoffwolke freigeworden, diese Wolke trieb auf bewohntes Gebiet in den Landkreisen Harburg und Lüneburg und musste so zu einer groß angelegten Evakuierungsaktion von gut 5.750 Menschen führen, deren Unterbringung und Transport zu Notunterkünften koordiniert werden musste. Bedingt durch diese angedachte Schadenslage war es in der Folge zu chaotischen Verkehrssituationen gekommen, infolge derer es zu drei schweren Verkehrsunfällen auf der BAB A 250 bei Handorf und Winsen Ost sowie auf der Elbuferstraße in Drage mit mehreren eingeklemmten Personen gekommen war. „Natürlich ist diese Situation nur am „grünen Tisch“ als Übungseinsatz durchzuspielen, es wurden zu keiner Zeit irgendwelche Kräfte in diese fiktiven Einsatzszenarien eingebunden“, erläuterte der Leiter der Technischen Einsatzleitung des Landkreises Harburg, Peter Becker die Übungssituation. Insgesamt war diese Übung in acht simulierte Einsatzabschnitte aufgeteilt, die es abzuarbeiten galt. Seit den Vormittagsstunden waren die Einsatzkräfte aller Organisationen mit großem Engagement bei der Sache. Die Technische Einsatzleitung des Landkreises hatte sich zusammen mit den jeweiligen Fachberatern im Ashausener Feuerwehrhaus aufgebaut, vor dem Feuerwehrhaus standen diverse Einsatzleitwagen der Feuerwehr und der beiden SEG von DRK und JUH und simulierten die Einsatzabschnitte. Weitere Einsatzabschnitte in entfernter liegenden Gebieten wurden durch weitere Einsatzleitwagen der Feuerwehr dargestellt. Sogar die Regionalzentrale Hamburg des Deutschen Wetterdienstes wurde in die Übungslage mit eingebunden, von dort waren die genauen, auf den Übungsablauf passenden Wetterdaten angefordert worden. „Alles soll so echt wie nur möglich sein, damit die Teilnehmer ein solches hoffentlich nie eintretendes Szenario proben und alle auftretenden Eventualitäten beachten können“, machte Peter Becker klar. Er konnte während dieser Übung interessierte Beobachter begrüßen, Abordnungen der Kreisfeuerwehren Nienburg/Weser und Soltau/Fallingbostel waren nach Ashausen gekommen, um sich die Arbeit der TEL vor Ort live anzuschauen. Seit mehreren Wochen war die Übung bis in die kleinsten Feinheiten vorbereitet worden, um ausreichend Übungspielraum für die Übungsteilnehmer zu geben. Die beiden Gesamteinsatzleiter von Seiten der Feuerwehr, Abschnittsleiter Elbe Volker Bellmann und sein Vertreter Karsten Egler übernahem in der TEL die Leitung dieses Übungseinsatzes, unter der Beobachtung unter anderem von Kreisbrandmeister Dieter Reymers und dem Vorstand der JUH des Landkreises Harburg, Heinrich Wolters, wurde in der TEL ruhig und konzentriert gearbeitet und alle eintreffenden Meldungen schnell und präzise in die Tat umgesetzt. „Die TEL hat besonders die Aufgabe, sich um die Evakuierung der fast 6.000 Menschen zu kümmern, alle anderen Einsätze werden hier auch registriert, aber autark von den einzelnen Kräfte samt den aufgebauten Örtlichen Einsatzleitungen abgearbeitet“,. Erläuterte Peter Becker weiter. Er und die restlichen Teilnehmer konnten die Stabsrahmenübung nach gut sieben Stunden beenden, eine Auswertung dieser Übung wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, dann sollen auch aufgetretene kleine Mängel angesprochen werden. „Alles in allem hat die Übung von allen Teilnehmern sehr gut funktioniert, auch wenn das eine oder andere mal die Technik hakte. Umso beeindruckender war das Improvisationstalent aller Kräfte, das uns zeigt, dass die Arbeit in der TEL, den Fachzügen und den SEG sehr gut funktioniert und harmoniert“; betonte Kreisbrandmeister Dieter Reymers abschließend.
Pressestelle KFV LK Harburg
Matthias Köhlbrandt, KPW

